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DIE NACHBARSCHAFT:
Eine immer noch ländliche Gegend, sanft rollende bewaldete Huegel, in den flachen Tälern erstrecken sich die Reisfelder über denen der Wind niemals zum Stillstand kommt. Landwirtschaft; zwei Reisernten pro Jahr, vom Monsun bis Januar; jedes Haus hat seinen eigenen Gemüse- und Obstgarten.
Strassen, Wege, Pfade führen überall hin, offnen sich um erforscht zu werden. Verstreute Haeuser, alte und neue, traditionelle und moderne, grosse und kleine, arme und reiche; dann Tempel jeder Größe, jedes Alters, einer der unzähligen Gottheiten gewidmet, finden sich an jeder Ecke.
Die Bevölkerung setzt sich aus hauptsächlich Hindus, einigen Christen und Muslims, die mehr oder weniger Seite an Seite leben und wohnen, zusammen. Meist aus der Mittelschicht, den mittleren Kasten, aber auch viele Arbeiter und Harijans (“Kinder Gottes”, die früheren Ausgestossenen) leben in dieser Gegend.
Fast das ganze Jahr über haben wir einen reichhaltigen Festkalender, die traditionellen Sitten, Gebräuche, Riten und Rituale sind immer noch selbstverständlicher Bestandteil des taeglichen Lebens. Von Dezember bis Mai ist Hochsaison der Feste und die Nächte sind erfüllt von mal mehr mal weniger entferntem Trommeln und Feuerwerk. Die Einheimischen heissen jeden auf ihren Festen willkommen, auch wenn in der Regel in Kerala kein Nicht-Hindu das Innere eines Tempels betreten darf.
Kerala Kalamandalem ist eine alte, traditionelle Schule nach dem Gurukulam System an der die klassischen südindischen Tanz-, Theater- und Musikformen gelehrt werden. Diese Schule, etwa 10 km von uns entfernt, ist die älteste Institution dieser Art. Sie wurde zu Zeiten des Raj, als sämtliche Kunstformen als degeneriert und unmoralisch verdammt und verboten wurden, in aller Heimlichkeit gegründet.
Besucher können sich den Unterricht und die Klassen ansehen und manchmal gibt es im Koothampalam (Tanzpalast) Darbietungen dieser verschiedenen Kunstformen, zu denen Zuschauer willkommen sind.
Es gibt viele Dinge zu entdecken, und immer wieder entdeckt man auch etwas Neues: eine der letzten praktizierenden Schattenspieltheatertruppen wohnt und arbeitet im nächsten Dorf, die mittelalterlichen Bedingungen und Techniken in einer Werkzeug- Schmiede, der wöchentliche Viehmarkt in einem der nächsten Dörfer, eine Hochzeit auf die man unvermittelt eingeladen wird….
Da unsere Gegend abseits der Touristenrouten liegt offenbart sich hier noch die offene, freundliche und herzliche Atmosphäre die das Miteinander bestimmt, und der Charme einer unverdorbenen sozialen Gemeinschaft - wo man nicht feilschen muss und sollte und wo man nicht furchten muss betrogen zu werden. |
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